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Jahresbericht 2008.

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Jahresbericht 2008.

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Die Eurokrise macht nirgends halt. Der spanische König verzichtet aufs Gehalt, die Queen friert Löhne ein und ihre niederländische Kollegin übernimmt die Kosten für ihre Jacht vom Staat. Die Royals in Europa reagieren auch auf die Wut ihrer Untergebenen. Erst brachte den spanischen König Juan Carlos die hohe Jugendarbeitslosigkeit um den Schlaf, dann brach er zu einer noblen Safari in Botsuana auf. Als die Reise publik wurde, war die Aufruhr groß. Zeitungen rechneten vor: Ein solcher Jagdausflug koste das doppelte des spanischen Durchschnittseinkommens. Nach öffentlicher Kritik entschuldigte sich der König und kürzte freiwillig sein Gehalt. Was Juan Carlos erlebte, hängt auch mit der Wirtschafts- und Finanzkrise zusammen. Während früher das Märchenleben der Königshäuser - die Paläste, die Mode und nicht zuletzt die Liebeleien - viele faszinierte, scheinen solche Extravaganzen heute fehl am Platz. Politiker, Presse und Normalbürger fragen sich, warum Steuerzahler königliche Rechnungen in Millionenhöhe begleichen sollen, wenn gleichzeitig der Großteil der Gesellschaft unter Einschnitten bei Löhnen und Gehältern, bei der Rente und in den Sozialsystemen leidet. „Wie die Haushaltsprobleme haben auch die Fragen zu den Monarchien und deren Ausgaben zugenommen“, sagt Herman Matthijs, Professor an den Universitäten Gent und Brüssel. Er stellt jährlich eine Studie zusammen über die Kosten der europäischen Staatsoberhäupter. Königshäuser kürzen Löhne In Belgien geriet König Albert II. dieses Jahr in die Bredouille, als sein offizielles Budget um drei Prozent erhöht wurde. Schnell versicherte er, einige Kosten selbst zu tragen und so für sein Land über die kommenden zwei Jahre knapp eine halbe Million Euro einzusparen. Die niederländische Königin Beatrix I. sah sich in der Kritik, weil die Unterhaltskosten für ihre Jacht vom Verteidigungsministerium getragen wurden. Jetzt zahlt Beatrix selbst. Sogar Queen Elizabeth II., die im Juni ihr Diamantenes Thronjubiläum vor einer Million Briten zelebrierte, war nicht immun gegen den Druck. Sie fror die Gehälter für das Personal ein, verschob Arbeiten an königlichen Residenzen und schuf den Rund-um-die-Uhr-Personenschutz für die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie ab. Als dieser Tage Nacktfotos von Prinz Harry auftauchten, der in Las Vegas feierte, kam die Frage auf, ob die von Steuerzahlern finanzierte Fulltime-Sicherheit des Playboy-Prinzen nicht missbraucht worden sei. Ein Brite twitterte, er habe kein Problem damit, dass Harry sich vergnüge, „ich lehne es aber ab, die Zeche dafür zahlen zu müssen“. In einer Lokalzeitung fragte Kolumnist Rod McPhee: „War es eine kleine, mittlere oder große Stadt von Steuerzahlern, die für Prinz Harrys Barrechnung in Vegas aufkam?“ Wie andere Staatsoberhäupter in parlamentarischen Monarchien erhält auch König Juan Carlos per Verfassung eine jährliche Zuwendung vom Staat, die ihm helfen soll, offizielle Pflichten zu erfüllen. Darin enthalten sind Personal- und Bürokosten, die Regierung unterhält zudem den Palast und andere Residenzen. Preiswerte Monarchie Juan Carlos bekommt auch ein Gehalt - und kündigte Ende Juli an, aus Solidarität mit Angestellten des öffentlichen Diensts freiwillig auf sieben Prozent seiner Bezüge zu verzichten. Damit verdient er nun jährlich rund 272.000 Euro und sein Sohn, Kronprinz Felipe, 131.000 Euro. Zum Vergleich: US-Präsident Barack Obamas Jahresgehalt beträgt 400.000 Dollar (318.776 Euro), das von Bundespräsident Joachim Gauck derzeit 199.000 Euro. Professor Matthijs zufolge ist Spaniens Monarchie die preiswerteste in Westeuropa. In seinem sechsten Jahresbericht bezifferte er die jährlichen Kosten für die Steuerzahler auf knapp zehn Millionen Euro. Mehr als 500 Menschen stünden auf der Lohnliste des königlichen Haushalts, was knapp die Hälfte des Budgets ausmache. Weitere 40 Prozent der Kosten entstehen demnach durch Betriebsausgaben. Im Vergleich dazu kostete die niederländische Königsfamilie ihr Land nach Angaben von Matthijs 2011 rund 38,6 Millionen Euro. Und die Sparmaßnahmen in Großbritannien hätten die Jahreskosten der dortigen Monarchie auf etwa 37,4 Millionen Euro gedrückt, schreibt Matthijs. Er vermutet aber auch einige versteckte Ausgaben, die über Haushalte der Außenministerien oder Sicherheitsbehörden abgewickelt würden. In Deutschland betragen die jährlichen Kosten für Bundespräsident und Präsidialamt offiziell übrigens etwa 30 Millionen Euro. (dapd)

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